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Weltkongress „World Congress on Adult Capacity-Handlungsfähigkeit von Erwachsenen“ in Amsterdam im Juli 2026

7. August 2026 durch
Weltkongress „World Congress on Adult Capacity-Handlungsfähigkeit von Erwachsenen“ in Amsterdam im Juli 2026
Associazione per l'Amministrazione di Sostegno

Im Juli 2026 fand der Weltkongress (World Congress on Adult Capacity) in der freien Universität in Amsterdam statt, bei dem auch der Verein für Sachwalterschaft als einziger Verein aus Italien als Mitglied des „International Guardianship Network“ teilgenommen hat. 

Beim Weltkongress war tatsächlich die ganze Welt vertreten- es nahmen 328 Teilnehmer aus insgesamt 32  Ländern statt- von den nordischen Ländern bis zum Süden Europas, aus Nord-und Südamerika, den asiatischen Ländern und  Australien. Die Teilnehmer/-innen  verschiedener Berufsgruppen und Organisationen, Vereinen, Universitäten, politischen Vertretern, wurde ein vielfältiges Programm im Hinblick auf die verschiedensten Aspekte erwachsener  Menschen mit Beeinträchtigung geboten, so dass hier nur einige Punkte angesprochen werden können..

Bei dem Kongress trafen verschiedene Kulturen und Lebensrealitäten, anderweitige politische und gesetzliche Regelungen in den einzelnen Ländern, und finanzielle Ressourcen der Herkunftsländer aufeinander- Bedingungen, die viel zum Nachdenken anregen und Inputs für eigene Überlegungen geben. Eine Familie in Island, bei denen junge Menschen schon mit Anfang zwanzig ihr eigenes Leben ohne viel Bindung an die Herkunftsfamilie führen, wie eine Referentin ausführte,  ist anders organisiert, als Familien in Südeuropa oder Asien, für die der Zusammenhalt und Fürsorge oft noch selbstverständlich ist. 

In manchen Staaten existiert ein gutes Sozial- und Unterstützungsangebot, auch aufgrund besserer finanzieller Möglichkeiten, in anderen springt selbstverständlich die Familie für die Pflege ein. 

Sachwalter-innen in den Ländern sind in unterschiedlicher Form organisiert (Vereine, Freiberufler, Beruf und Ehrenamt, privatwirtschaftliche Betreuungsbüros usw.). Auch die Finanzierung der Tätigkeit wird unterschiedlich gehandhabt, wobei in einigen Ländern der Staat (dort teilweise auch das Gesundheitswesen/Sanität) die Tätigkeit finanziell stark unterstützt.

Es gibt auch erhebliche Unterschiede bei der Anwendung  der Digitalisierung, die  in den nordeuropäischen Staaten viel mehr fortgeschritten ist als in vielen anderen Ländern, und die für beeinträchtigte Menschen oft eine Hürde darstellt, da sie an diesem Fortschritt, aufgrund gesundheitlichen Einschränkungen, nicht teilnehmen können.

Gemeinsam haben jedoch die meisten Länder ein Ziel bzw.- aufgrund Ratifizierung der UNO Konvention der Menschen mit Behinderung- die Pflicht: Wie kann die Selbstbestimmung von erwachsenen Menschen mit Beeinträchtigung  gefördert und realisiert werden? Wie können wir diese Menschen schützen? .

Viele Vorträge betrafen die Herausforderungen der alternden Gesellschaft und die ganze Problematik in diesem Zusammenhang.
Man bedenke, dass asiatische Länder, wie zum Beispiel Japan, eine noch höhere Lebenserwartung als in Europa haben,  die berufstätigen Angehörigen jedoch oftmals aufgrund viel mehr Arbeitsstunden im Vergleich zu den Staaten in Europa keine Zeit für die Pflege von Angehörigen haben.

Es fanden Veranstaltungen statt, um Möglichkeiten anzusprechen, wie demenzkranke Personen genügend Selbstbestimmung für den Rest ihres Lebens gewährleistet werden kann, und  wie die Entscheidungsfindung (decision making) dieser Personen gefördert werden kann, wenn sie nicht mehr ganz verstehen, warum es geht bzw. sich ausdrücken können. 

In Anbetracht der voraussichtlichen weltweiten Verdoppelung der Anzahl der Senioren bis zum Jahr 2050, eine Tatsache, welche zweifelsohne ein globales Problem darstellt,   wurde betont, dass diese große Personengruppe bis heute nicht spezifisch bei den Menschenrechten berücksichtigt wird. Es wurde die Möglichkeit einer eigenen UNO Konvention für die Rechte von alten Menschen benannt,und die Arbeitsgruppe der UN für die alternde Gesellschaft vorgestellt (https://social.desa.un.org/issues/ageing).

Viele Vorträge betrafen auch die Prävention der finanziellen Ausbeutung von alten und jungen Personen , die kognitive Schwierigkeiten aufgrund Krankheit und Beeinträchtigung haben, und oftmals den Geldwert und Vertragsinhalte nicht verstehen.

Die Weltgesundheitsorganisation fordert deshalb unter anderem:

·       dass Altersdiskriminierung bekämpft werden muss, damit der finanziellen Schädigung von alten Menschen mehr Beachtung geschenkt wird;;

·         eine bessere Datenerhebung, um das Bewusstsein für das Problem der Ausbeutung zu verschärfen, und diezur Verfügung Stellung von Mitteln, um das Problem zu bewältigen..

Es wurden Reformen von Ländern vorgestellt, wodurch nationale Gesetze der Uno Konvention gerecht  werden, so wie Möglichkeiten und Reformbestrebungen  innerhalb der europäischen Union.

Im Hinblick auf die  zunehmende Digitalisierung wurde die Problematik behandelt, wie beeinträchtigte Menschen trotzdem Zugang zu Bürokratie, Banken und Freizeit garantiert werden kann (im Sinn der Uno Konvention: „ Everyone and everywhere has the right to access-Recht von jedermann auf Zugang zu allen Angelegenheiten“). .

Computer, E-mail, Onlinebanking, digitaler Zugang zu Behörden und Gesundheitsdiensten  etc. dürfen  für diese Menschen keine unüberwindbare Grenze darstellen. Zum Beispiel wurde eine Verpflichtung der Banken angesprochen, Dokumente weiterhin in Papierform auszuhändigen, und die Möglichkeit bürokratische und finanzielle Angelegenheiten  telefonisch regeln zu können, wobei die Sicherheit natürlich garantiert werden muss. Es wurde gefordert, dass Sachwalter/Betreuer den Menschen bei den digitalen Angelegenheiten unterstützen können, zum Beispiel durch gemeinsame digitale Zugänge zu bestimmten Dienstleistungen und Behörden.

Dies sind nur einige der vielen wichtigen Themen, die angesprochen wurde, und die sicherlich zum Nachdenken anregen und vielleicht auch demnächst umgesetzt werden könnten. Die Länder der Welt stehen vor vielen Herausforderungen, wobei die Sicherstellung der Rechte der Personengruppen, um die sich Sachwalter-innen, kümmern, dazu gehört.

Aufgrund der Wichtigkeit der Weiterentwicklung der Themen und der Zusammenarbeit findet der Weltkongress alle zwei Jahre statt; das nächste Malim Jahr 2028 in Gerona/Spanien. 

Bei der Abschiedsveranstaltung wurde ein viel sagender Slide mit folgenden Worten eingeblendet:

Das Älterwerden mindert die Würde nicht.

Verletzlichkeit mindert die Würde nicht.

Abhängigkeit mindert die Würde nicht.

Unsere Sichtweise macht dies manchmal.

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