In Bozen fand die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins für Sachwalterschaft statt – ein wichtiger Moment, um die geleistete Arbeit zu reflektieren und zukünftige Herausforderungen in den Blick zu nehmen.
Im Rahmen der Versammlung wurde der Vorstand erneuert: Werner Teutsch wurde als Präsident bestätigt, Paola Cozza als Vizepräsidentin. Sylvia Hofer und Francesco de Guelmi wurden wiedergewählt, neu hinzugekommen ist Florian Mussner, ehemaliger Landesrat.
Eine sich wandelnde Realität
Die Versammlung machte deutlich, dass die betreuten Situationen zunehmend komplexer werden und immer häufiger durch das Fehlen eines familiären Netzwerks geprägt sind.
Auch die Nachfrage nach Unterstützung steigt. Die Einführung des telematischen Zivilverfahrens hat die Abläufe für viele Menschen erschwert, weshalb sich immer mehr Bürgerinnen und Bürger an den Verein wenden.
„Die Nachfrage nach Beratung wächst kontinuierlich. Immer mehr Menschen wenden sich an uns und finden im Verein einen konkreten Orientierungspunkt. Das zeigt uns, wie wichtig es ist, das System weiter zu stärken und strukturierte Antworten auf die steigenden Bedarfe zu entwickeln”, betonte Roberta Rigamonti, Direktorin des Vereins.
Projekte und Neuerungen
Ein zentrales Projekt bleibt Egida, über das der Verein selbst Sachwalterschaften übernimmt – insbesondere in komplexen Situationen oder bei fehlendem familiären Umfeld..
Während der Versammlung wurde außerdem die neue Website des Vereins vorgestellt, die seit wenigen Tagen online ist und den Zugang zu Informationen und Dienstleistungen erleichtert.
Im vergangenen Jahr wurden zudem neue Beratungsstellen in Krankenhäusern in Bozen, Meran, Brixen und Bruneck eingerichtet. Ergänzend dazu wurde eine Informationsbroschüre für das Gesundheitspersonal entwickelt.
Internationale Perspektive
Ein weiterer Schwerpunkt war die transkulturelle Dimension der Sachwalterschaft.
Per Videokonferenz war das Institut für Transkulturelle Betreuung aus Hannover zugeschaltet, eine europaweit einzigartige Einrichtung mit über 30 Jahren Erfahrung. Es sprachen Direktor Ali Türk und Mitarbeiter Leonardo Civale.
Zudem organisierte der Verein im Laufe des Jahres das Europäische Forum zum Schutz vulnerabler Personen, bei dem auch der Ethikkodex für Sachwalterinnen und Sachwalter vorgestellt wurde, der inzwischen international anerkannt ist.
Ausblick
Die Versammlung bestätigte die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit mit sozialen Diensten, dem Gesundheitswesen und den Institutionen weiter auszubauen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.