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Der Verein für Sachwalterschaft hat heute Vormittag im Seniorenheim Villa Europa das Projekt „Beratungsschalter und Sachwalter der Gemeinschaft“, welches in Zusammenarbeit mit dem Betrieb der Sozialdienste Bozen entwickelt wurde, vorgestellt. 
Das Projekt, welches probeweise im vergangenen Juli gestartet wurde, stellt einen bürgernahen Informations-, Beratungs- und Unterstützungsdienst für Sachwalterschaften dar. 
Das Projekt sieht im Besonderen die Zusammenarbeit und kontinuierliche Präsenz der Vereinigung in den Seniorenheimen Villa Armonia, Villa Europa, Don Bosco und Villa Serena wie folgt vor:

  • eine monatliche Informations- und Beratungsstelle (Beratungsschalter der Gemeinschaft) für Heimbewohner, ihre Familienangehörigen, Mitarbeiter und Verantwortlichen in Fragen der Sachwalterschaft. Die erste Beratung ist kostenlos und kann von allen interessierten Personen in Anspruch genommen werden;
  • die Bereitschaft des Vereins sich als Sachwalter für vereinsamte Heimbewohner oder Heimbewohner mit familiären Konflikten, die rechtlichen Beistand benötigen (der sog. „Sachwalter der Gemeinschaft“), anzubieten. 
     

Die Pressekonferenz ist von Liliana di Fede, Generaldirektorin des Betriebes der Sozialdienste Bozen eröffnet worden, die herausgehoben hat, dass bei Eintritt in ein Seniorenwohnheim bereits 36% der Heimbewohner Begünstigte einer Sachwalterschaft sind.
„In 58% der Fälle ist eine familienexterne Person der Sachwalter. Dieser Prozentsatz gibt zu denken und zeigt das reale soziale Bedürfnis, zumal der familiäre Hintergrund klein oder nicht existent ist“, führte di Fede fort. „Die Personen brauchen Hilfe, sie benötigen Informationen über die Sachwalter-schaft. Die Beratungsschalter der Gemeinschaft kommen diesem Bedürfnis entgegen, sie sind für alle geöffnet“.
Bei der Pressekonferenz anwesend war auch der Stadtrat für Soziales der Gemeinde Bozen, Juri Andriollo, der die Wichtigkeit der langjährigen und umfassenden Erfahrung des Vereins herausstrich, der mit diesem Projekt auf die zunehmenden Notwendigkeiten der Gemeinschaft antwortet. 

“Die direkte Übernahme der Funktion eines Sachwalters“ erläutert Werner Teutsch, Präsident des Vereins „war einer der ausschlaggebenden Motive für die Gründung des Vereins im Jahr 2010. Die Pandemie hat zur Realisierung des Projektes geführt und Dank der wertvollen Zusammenarbeit mit dem Landesgericht Bozen hat der Verein begonnen, die Funktion eines Sachwalters vor allem für besonders schutzbedürftige, vereinsamte und sozial ausgegrenzte  Personen zu übernehmen, die  an verschiedensten Gebrechen leiden (Altersdemenz, psychische Krankheiten, kognitive Störungen, Abhängigkeitskrankheiten)“. 
„Das Projekt Egida braucht neuen Schwung und eine Entwicklungsperspektive“ fährt Roberta Rigamonti, die Direktorin des Vereins fort. „Wir haben ein wachsendes Bedürfnis der rechtlichen Unterstützung der Bewohner in den Seniorenheimen festgestellt, die dort mit einer qualifizierten Unterstützung rechnen können, aber auch angehört werden, Nähe verspüren, deren Bedürfnisse wahrgenommen werden. In diesem Sinn kann der Verein dank seiner hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter den Unterschied machen“.

Die Beratungsschalter der Gemeinschaft, die von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern des Vereins geführt werden, sind abwechselnd jeden Dienstag in jedem Seniorenwohnheim des ASSB geöffnet:

  • Seniorenwohnheim Villa Armonia – Trient-Str. 13, Bozen

Erster Dienstag jeden Monats

  • Seniorenwohnheim Don Bosco – Mailand-Str. 170, Bozen

Zweiter Dienstag jeden Monats

  • Seniorenwohnheim Villa Europa – Mailand-Str. 147, Bozen

Dritter Dienstag jeden Monats

  • Seniorenwohnheim Villa Serena – Fagen-Str. 20, Bozen

Vierter Dienstag jeden Monats

Interessierte Bürger/-innen können sich bei den Beratungsschaltern nur nach Terminvereinbarung anmelden, telefonisch unter der Nr. 0471 1882232 oder Online hier.