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Der rechtliche Schutz einer volljährigen Personen, die nicht in der Lage ist die eigenen Interessen wahrzunehmen, wird in unserer Rechtsordnung durch drei Institute gewährleistet:

Die Sachwalterschaft: Ein Rechtsinstitut, welches durch das Gesetz   Nr. 6 von 2004 eingeführt wurde. Bei der Sachwalterschaft wird die Person hinsichtlich bestimmter Handlungen, die vom Vormundschaftsrichter festgesetzt werden, durch einen Sachwalter unterstützt oder ersetzt. Dabei behält sie jedoch für alle anderen Handlungen ihre volle Handlungsfähigkeit.

Die Entmündigung: Bei dieser Schutzmaßnahme verliert die Person ihre Handlungsfähigkeit und wird von einem Vormund in sämtlichen Handlungen, die sie betreffen, ersetzt.

Die Teilentmündigung: Bei der teilweisen Entmündigung kann die Person die Tätigkeiten der ordentlichen Verwaltung alleine, jedoch jene der außerordentlichen Verwaltung nur mit ihrem Kurator vollziehen.

 

Alle drei Rechtsinstitute bestehen aktuell nebeneinander, obwohl sie grundsätzlich auf verschiedenen Überlegungen aufbauen.

Durch die Einführung der Figur des Sachwalters kam es zu einer regelrechten “kopernikanischen Wende” im Bereich des Schutzes von erwachsenen Personen. Aus Art. 1 des Gesetzes geht hervor: “Das Gesetz hat das Ziel des Schutzes von Personen, welche im ganzen oder teilweise bei der Ausführung der Handlungen des täglichen Lebens eingeschränkt sind, mittels geringstmöglicher Limitierung der Handlungsfähigkeit, durch zeitweise oder dauernde Eingriffen.”

Die Sachwalterschaft verfolgt das Ziel, die Person zu schützen, gleichzeitig aber ihre verbleibenden Fähigkeiten aufrechtzuerhalten, ohne die Vornahme von persönlichen oder vermögensrechtlichen Handlungen von Grund auf diskriminierend zu verbieten, so wie dies bei der vollen und teilweisen Entmündigung der Fall ist.

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Aufgrund dieses Zieles ist nach einer parlamentarischen Initiative ein Gesetzesentwurf in der XV. Legislatur, und daraufhin in der XVI. Legislatur, zwecks Abschaffung der Entmündigung und Teilentmündigung, und zwecks Stärkung der Sachwalterschaft, vorgelegt worden.

Auch auf internationalem Niveau resultiert, dass die Sachwalterschaft eher ein Institut ist, welches besser den Art.12 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen anwendet, wodurch überall und in allen Lebensbereichen die Stellung als Rechtssubjekt von Menschen mit Behinderungen anerkannt wird.